Die chronisch-disseminierte Candidose ist in der Regel keine akut lebensbedrohliche Erkrankung, bedarf aber häufig einer über Monate andauernden Therapie. Eine Stabilisierung der Symptome und Befunde vorausgesetzt, stellt sie keine absolute Kontraindikation für eine Fortsetzung der antineoplastischen Chemotherapie oder für eine anstehende hämatopoetische Stammzelltransplantation dar [102, 326]. In zwei kleineren Fallserie zeigte die Mehrzahl der Patienten (73 und 87 %) ein kontinuierliches Therapieansprechen unter Fortführung der antimykotischen Therapie [327, 328].

Psychosoziale Faktoren wie Stress, Kummer und seelische Belastungen tragen zu einer erhöhten Anfälligkeit für den Pilzerreger bei und begünstigen seine Aktivität. Bei Scheidenpilzinfektionen, die sich chronisch in relativ kurzen Abständen wiederholen, kann ein Teufelskreis entstehen: Die Krankheit kann zu einer seelischen Verstimmung führen, die selbst mit einem Ungleichgewicht der organischen Funktionen verbunden ist und in der Folge wiederum die Entwicklung von Scheidenpilz begünstigt.
Fast jeder, der mit einer schwerwiegenden Erkrankung zu tun hat, ist auch von Candida betroffen. Entweder ist es die Krankheit, die den Organismus so schwächt, dass Candida Oberhand gewinnen kann. Oder aber der Pilz ist für die Krankheit mitverantwortlich. Eine Pilzinfektion schwächt den Organismus und das Immunsystem so nachhaltig, dass auch schwere gesundheitliche Probleme drohen können.
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